Chaos Racing

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Almeria 2009


1.Tag Anreise

Pünktlich um null5hundert trafen sich die Chaoten Jürgen, Antonia, E², Andi und Harri auf dem Autobahnparkplatz auf der A8 zwischen Pforzheim Nord und Pforzheim West. Mit durchschnittlich 107km/h und lächerlichen 3 Pausen, um Jürgens durstigen Opel zu tränken, brannten wir nach Capmany bei Figueras € Spanien. Dort erreichten wir nach einer abenteuerlichen Anfahrt die Casa Holly. Nach 11hundert Kilometer bekamen wir dort die ersten 2 leckeren Wasser. Werden jetzt bei Gabi und Holly zu Abendessen, dann ins Bett morgen geht es weiter 1000 KM nach Almeria.

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Tag 2, 1. Februar 2009:

Kurz nach null6hundert brachen wir nach einer kurzen Katzenwäsche incl. Esszimmer raus fegen von der Casa Holly auf. Der unbefestigte Weg war durch den Regen aufgeweicht, sollte aber nicht unser größtes Problem an diesem Morgen sein. Nach ca. 15 Minuten Fahrt mit Schrittgeschwindigkeit kamen wir an die Beton"Brücke" über den Fluss, die sofort erkennbar nennenswert überschwemmt war. Wir stiegen aus, um die Situation zu beurteilen. Unsere Ratlosigkeit endete schließlich mit Jürgens vollem Einsatz € er stapfte einfach in den Fluss, um die Wassertiefe mit seinen Hosenbeinen zu messen. Wir klopften ordnungsgemäß unsere Schuhe ab, stiegen ein und überquerten den Fluss. Gleich anschließend machten wir unseren ersten Boxenstopp, Jürgen bekam neue Reifen und eine trockene Beinverkleidung und setzten dann die Reise fort gen Almeria.
Kurz nach dem Mittag passierten wir "Peniscola"; Spanien besteht hier unten quasi nur noch aus Orangen und Zitronen.
Auf der Rennstrecke angekommen bezogen wir unsere Box und richteten uns häuslich ein. Es sei ebenfalls erwähnt, dass die Zeitmessung in Almeria ohne das Chaos-Racing-Team gar nicht möglich wäre, da wir erst mal den Chaos- Lötkolben geschwungen haben und die Buchse der Transponderantenne reparierten. Zum Abendessen gab es lecker 5 Minuten -Terrine, noch ein Glas Wasser mit Flisi & Co und dann begaben wir uns müde von der langen Anreise auf die Feldbetten.

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Tag 3, 2. Februar 2009

Nach einer kalten, stürmischen Hardcore-Regennacht am Circuito de Almeria konnte es endlich losgehen € naja fast! Der Ultra-Piss, der Andy bereits in der Nacht zum Aufstehen gezwungen hat, um das Boxentor wieder zu schließen, das der Sturm aufgedrückt hatte, hielt noch immer an.
Mangels Lust auf Regenreifen zu wechseln und angesichts der Arscheskälte die auch Antonia und Jürgen im Bus bzw. im Auto geplagt hatte, ließen wir die ersten 3 Turns ausfallen. Außer Antonia, die musste natürlich die harte Frau raushängen und zeigte dem Instruktor der Krabbelgruppe wie man am Kabel zieht. Zur Rechtfertigung der Buben sei gesagt, die Strecke war für Slicks zu nass und für Regenschluffen zu trocken und Tönchen hatte Intermediats ;o) ! Wir nutzten die Zeit aber selbstredend anderweitig und fuhren nach Tabernas um die Lebensmittelvorräte aufzufüllen.
Um 13Uhr fuhr Harri dann, nur um den Kurs am ersten Tag überhaupt mal zu Gesicht zu bekommen, im Kinder und Familienturn raus und gurkte so 2 Runden hinter einem Valentinos 125er Roller her. Die Versuchung zu überholen war unfassbar groß!!!
Nach der Mittagspause gab es aber kein Halten mehr. Sukzessive zog es die Chaoten auf die Strecke.
Tönchen voran, dann Harri, Andy, E² und nach seinem Schönheits €Mittagschläfchen sogar Jürgen!
Allerdings musste an Erik`s Fuhre erst mal geschraubt werden, seine Batterie war zusammengebrochen, ließ sich aber nach 2 Stunden Ladegerät doch noch zum Ausritt motivieren.
Jürgen wechselte noch wegen fehlendem Vertrauen auf eine neue Hinterpelle und Andi musste noch den guten Rat eines Ducati Leidensgenossen hinzuziehen um seine lummelige Kupplung unter Kontrolle zu bekommen. Soweit so gut € im Großen und Ganzen war€s aber ein klassischer Fall von HONDA € Heute Ohne Nennenswerte Defekte Angekommen :o)
Am Abend wurde der Grill angeheizt. Fleisch und Sprudel sollten der Lohn für die Strapazen sein. Lustich lecker€ Abendessen € das Chaos ist schön!!!

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Tag 4, 3. Februar 2009

Nach einem schlagerfreudigen Abend und einer wetterfreudigeren Nacht als zuvor -mit funktionierendem Heizungseinsatz- ging es frisch und munter früh um 8.00 unter der Dusche bei noch warmem Wasser selbst in der Boxendusche am 4. Tag weiter. Frühstück mit einem schönen Cappuccino in der aufgehenden Sonne, frischem Baguette und zahlreiche Bilder von wunderschönen Mopeds durch unseren Starfotografen Erik in der Boxengasse geschossen, waren alle Chaoten pünktlich um 10.30 zum ersten Turn startklar. Die ersten Verluste waren in diesem zu verzeichnen: Sturzpad inklusive Schraube fielen von einer Suzuki 750 der Strecke entgegen. Auch der Schaltautomat fand nicht den richtigen Weg zu seinem Anwender. Doch nach ein paar schnellen Handgriffen waren € zumindest kurzfristig- alle Unebenheiten beseitigt und es konnte wieder auf die Strecke gehen.
Die Sekunden purzelten rapide über den Vormittag und der kurze, intensive Einsatz eines Instruktors ließ die noch letzten geschnürten Knoten platzen. Auch Jürgen fand nach einem kurzen Mittagspäuschen zu seiner gewohnten Höchstform zurück. Gas war eindeutig rechts!!
Am Nachmittag hatten alle mit dem starken spanischen Wind zu kämpfen, der selbst den härtesten Kämpfern mindestens 1 Sekunde oder auch mehr kosteten. Aller Bemühungen zum Trotz blieben die Zeiten fast nahezu bestehen und nur minimale Verbesserungen waren zu verzeichnen.
Pünktlich zur letzten Rundenmöglichkeit war der Grill hochgefahren, das Fleisch grillbereit € von Hand gewürzt durch den Starkoch Harri - und es konnte gebrutzelt werden. Die letzten noch nötigen Pellen wurden gewechselt, die letzten Tunings getan und ab 21.00 Uhr saßen alle Chaoten € fast alle - mit dem Schweizer- Nachbar-Team in geselliger Runde zusammen, um nicht nur Tipps und Tricks auszutauschen, sondern auch den Schweizer Käse kennenzulernen! Einer der Runde war noch damit beschäftigt, sein Motorrad wieder auf Vordermann zu bringen. Unser lieber Erik€

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Tag 5, 4. Februar 2009:

Bei einem gemütlichen Frühstück wurden letzte Unklarheiten bezüglich der Handhabung der Stromkästen geklärt, die auch letzte Nacht dafür gesorgt hatten, dass Jürgen wieder in seiner Karre gefroren hatte. Parallel taten die Reifenwärmer ihr möglichstes, unseren Pellen die nötige Arbeitstemperatur für idealen Gripp einzuhauchen.
10.30 Uhr starteten wir zum ersten Turn. Harri knackte Antonias Parade von gestern mit einer besseren Zeit, worauf Antonia wieder erfolgreich konterte. Auf der Suche nach mindestens einer Sekunde machte Harri schließlich Bekanntschaft mit dem Kies vor der Schikane in Kurve 13, konnte einen Sturz jedoch verhindern. Eine kurze Durchsicht der Fuhre brachte aber glücklicherweise keine Schäden zum Vorschein.
Um 14 Uhr starteten Erik, Antonia und Harri beim kombinierten Superbike/Supersport-Rennen. Antonia erreichte einen hervorragenden 6. Platz in der Supersportklasse und wurde dafür bei der Siegerehrung mit einem hübschen kleinen Pokal ausgezeichnet. Harri verbremste sich wieder vor Kurve 13, wurde aber noch Dritter von hinten. Immerhin eine Verbesserung zum letzten Platz in Pannonia.
Am Abend besorgten wir frisches Grill gut, Sprudel und neues Kraftfutter für unsere Sprinttiere. Danach gingen wir zur gut-besuchten Siegerehrung, um Antonias Pokalsieg zu bejubeln. Außerdem meldeten sich Erik und Harri zum Endurance-Langstreckenrennen für den morgigen Tag an.
Dem Unterzuckern nahe, brachten wir unsere letzten Kräfte auf, um das Abendessen zuzubereiten. Barbecue!
Frisch gestärkt warteten wir unsere Moppeds und zogen neue Slicks auf € vermutlich für€n A...., denn zur Stunde kursiert das Gerücht, es würde morgen regnen!
Abschließend sei gesagt, dass Harri seine Alteisensammlung im vorletzten Turn nochmals ein Zehntel schneller um den Kurs bewegte, so dass die Ordnung wieder hergestellt war.

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Tag 6, 05. Februar 2009

Dunkel wurde es nach einem heißen Racing- Tag und mit dem Helligkeitsverfall und den dazugehörigen Wässerchen purzelten auch die Worte ohne Taten. Geschlechtsspezifische und karriereanreichernde Tipps und Tricks wurden ausgetauscht, so dass die Substantive "Strategie" und "Operativität" den Abend bestimmten. Die Zeit verging wie im Fluge und das Rufen der Betten wurde immer lauter. Irgendwann waren alle Wörter verbraucht und das ruhige Atmen kehrte in die Box der Schnarchenden ein. Diesmal ohne Licht, denn die Nichtfachmänner hatten erfolgreich ihr Werk am Stromkasten vollbracht.
Die Nacht verging wie im Fluge, die Windwellen klapperten am Boxentor, die Wassertröpfchen fielen in ihrer Vielfalt auf den Boden hinab und fanden zum Glück nicht ihren Weg in die Bx 19.
Morgens um 8.00 Uhr war kein Weg der Besserung in Sicht, so dass das morgendliche Getümmel diesmal ausfiel. Die Winde böten, der Regen fiel den ganzen Tag und auch die Temperaturen kletterten eher bergab als bergauf. Einige Tapfere fanden ihren Weg auf die Strecke, aber das Chaos Team war durch ausgeklüngelte Weitsicht geprägt: Den Tag im Trockenen zu verbringen und die Fahrleere durch theoretische Fahrkünste zu füllen. Mitgefühle mit den Regentänzern fanden auch ihren Weg.
Nicht nur die Kompetenz, sondern das hochwertige und qualitativausgereifte Equipment des Chaos Teams war im Laufe des Tages mal wieder gefragt: Das digitale Multimeter verhalf einem Ducati IDM Team über die Runden "zu kommen"!
Pünktlich um 6.00 Uhr wurden die Grillmeister aktiv und in Kooperation mit dem Schweizer Boxenteam "Gashammer" wurden nicht nur Erfahrungen, sondern auch kulinarische Köstlichkeiten ausgetauscht. Gemeinsam in der Diagonale an Bank und Tisch wurde die Box zu einem Zentrum der internationalen Kommunikation.

Tag 7, 6. Februar 2009:

Der letzte Renntag begann mit deutlich verbessertem Wetter und einem ausgiebigen Frühstück. Die Zeit hatten wir, denn die Strecke war vom letzten Regen in der vergangenen Nacht noch nass.
Erst um 10:50Uhr fuhren wir raus um den Race-Track zu inspizieren und unsere Reifenwahl für das 90 Minuten Endurance-Rennen festzulegen. Zuvor hatten wir unseren Wechselrädern Intermediate Reifen verpasst weil uns das Wetter etwas spanisch vorkam.
Nach 2 Runden Reifenwärmen begann Kurz nach 11:30Uhr das Rennen mit Le Mans Start. Für Chaos-Racing starteten Erik und Harri, Erik als schnellerer durfte den 1. Turn beginnen während Harri sein Streitross im Zaum hielt. Erik kam sauber weg, musste dem starken Starterfeld jedoch über ein starkes Dutzend Runden wieder einige Plätze zurückgeben. Wie sich das für ein ordentliches Chaos gehört hatte Harri€s Stahlbürste FZR noch die Reifenwärmer drauf als Erik zum vereinbarten Wechsel reinkam.
Dieser Umstand konnte allerdings dank einer gesunden Portion Hektik und der Hilfe von Flisi vom Schweizer Team "Gashammer" schnell behoben werden. Als Andy den Transponder transplantiert hatte stand die FZR pünktlich auf dem Reifen. Mit einem kleinen Rutscher und einmal mit Schmackes durch den Kies (Wieder Kurve 13!) kam Harri nach 13 Runden wieder rein und schickte Erik wieder auf die Strecke. Trotz völlig aufgelöster Hinter pelle ritt Erik die restlichen 40 Minuten souverän ins Ziel. In Rechtskurven war ordentlich raus beschleunigen praktisch nicht mehr möglich.
Das Resultat, 2. Platz von hinten, stellte uns angesichts der starken Gegner zufrieden, obwohl wir schon gern ein Blechtöpflein gehabt hätten. Nach dem Mittagessen pumpten wir die letzte verbliebene Luft aus dem Bremsleitungen von Antonias CBR und Harris FZR. Das störende Bremsrubbeln vor Kurve 13 war damit auch beseitigt. Wir spulten noch einige Runden ab, konnten uns allerdings wegen des stetig stärker werdenden Windes nicht mehr verbessern.
Nachdem wir die Fahrerei eingestellt hatten begannen wir die Trümmer der vergangenen Woche zu beseitigen und packten die Fahrzeuge. Wir mussten Box 19 räumen und zogen mit unseren Betten ein die letzte Box in Richtung Gegengerade. Nach einem gemütlichen Abendessen, sichten der erworbenen Bilder und ein wenig Benzingespräch mit dem Ducati IDM Nachbarn, die uns noch den ein oder anderen Tipp gaben schneller zu werden, sowie über den Test des von uns gestellten Ortema Brustschutz Unterichteten. Der Abend endete wie immer "gute Nacht John Boy"

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8. Tag, 7. Februar 2009:

Aufgestanden, abgebaut und alles in den Gespannen verstaut - ohne Frühstück, aber gut gelaunt -traten wir kurz nach um 7.00 Uhr die erste Etappe der Heimreise an. Heute lautete unser Motto "Kilometer reißen!", denn wir einigten uns am Vorabend darauf, diesmal nicht bei Gabi & Holly Station zu machen, sondern möglichst viel Strecke abzuspulen, um den zweiten Reisetag entspannter zu gestalten. Schließlich muss unsere liebe Antonia am Sonntag noch weitere 400km alleine zurücklegen. Wir beschränkten unsere Pausen aufs Tanken, abgesehen von einem Kaffeestop mit einem kleinen Imbiss. Starke Winde im Norden Spaniens und in Südfrankreich senkten zwar unsere Durchschnittsgeschwindigkeit, es war aber mit einer Ankunftszeit kurz vor 22Uhr nach 1350km alles im grünen Bereich. Wir buchten uns in einem Mercure Hotel mit abgeschlossenem Parkplatz ein.
Wir fackelten nicht lange, brachten unser Gepäck in unsere Zimmer und gingen ins genau gegenüberliegende Kuh-Grillhaus, um ein leckeres "Duo de Beuf" zu uns zu nehmen. Tönchen zog eine warme Dusche der Mahlzeit vor und stieß etwas später zu uns Buben, um die morgige Etappe zu planen.
Angesichts der anstrengenden Fahrt und der aufkommenden Fresslähmung zogen wir uns im rechten Winkel auf die Zimmer zurück. Einschlafen war mal wieder gar kein Problem.

Tag 9, 8. Februar 2009:

Wie besprochen fuhr um null6hundert30 der Bus. Nach dem ersten Tankstop inkl. Scheibenwischwasser- und Schmierstoffkontrolle setzte leichter Schneefall ein. Dieser wurde zunehmend stärker und machte das Überholen der LKW immer gefährlicher. Also fuhren wir eine Zeitlang hinter einem Truck her bis uns eh der Kaffeezahn juckte.
Frisch gestärkt mit Café au lait, Croissant und einem kleinen Ölwechsel ging es bei Tageslicht und auf geräumter Autobahn weiter gen Strassbourg. So kamen wir irgendwann Mittag am Ziel an, nur unsere Dame durfte dann noch weitere 400km gen Heimat fahren

Kurz zusammen gefasst war es mal wieder ein super wenn auch Chaotischer Event Auftakt 2009, den wir 2010 sicherlich wiederholen werden, denn in Spanien gibt es nicht nur Stiere auch super schöne Rennstrecken!!