Chaos Racing

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Brünn 2008 mit Toni Mang



Brno € Klappe die Zweite - written by Alex




Anreise, Donnerstag 19.Juni 2008 (Eriks Geburtstag)

Voller Vorfreude machte sich ein Teil der Chaoten bereits um 6:30 Uhr auf den Weg von Oberriexingen zur MotoGP-Strecke nach Brno (CZ). Bereits am Vorabend hat ein Teil der Schwaben das Wiedersehen mit den Hessen ausgiebig bei Eriks Stamm-Italiener gefeiert. Und ausgiebig heißt, dass der Ramazzotti des Restaurants nicht ausreichte (zugegeben, das lag wohl auch an der Fußball-EM). Trotzdem startete der Convoy - angeführt durch den untermotorisierten Erik nebst Holgi - pünktlich in Oberriexingen. Es folgten Gaby und Sybille sowie Matte und Gabor. Gegen 8:30 Uhr startete auch Alex aus Hameln in Begleitung seiner Chefmechanikerin Julia. Tschäger und Winfried durften natürlich auch nicht fehlen und vertraten die badische Fraktion. Sandra und Jürgen schlief erst einmal aus, da die beide am Vorabend noch das Fußballspiel Schweden-Russland live in Österreich ansehen durften. Gegen 10:30 Uhr wurde noch Jens eingeladen und die Drei starteten. Auch unsere beiden Prospekts Andy und Thorsten durften bei diesem Event nicht fehlen und so waren dann endlich alle auf dem Weg mit Ziel Brno.

Im Laufe des späten Nachmittags erreichten alle nach und nach das Ziel dieser Reise. Die Wiedersehensfreude war groß - im Mittelpunkt stand allerdings unser Erik, der an diesem Tag Geburtstag hatte. Und so wurde bereits in der Autoschlange vor der Schranke des Glücks auf unseren lieben Erik mit gekühltem Bier und Ramazzotti angestoßen.

Gegen 19:30 Uhr durften wir endlich ins Fahrerlager. Dank der guten Planung durch unser Geburtstagskind Erik entstand in kürzester Zeit unser zu Hause der nächsten Tage. Pavillons, Autos und Anhänger wurden zu einer kleinen Stadt zusammengefügt und die Chaos-Racing Beschilderung entsprechend platziert. Komplettiert wurde unser Team noch durch Antonia und Jörg, Harri und Lipp sowie drei weitere Gäste. Einzig der Team-Choleriker mit der Startnummer 666 meinte, er müsse direkt wieder abreisen und begab sich mit Sack und Pack zum Bahnhof Brno um Heim zu fahren. Aber irgendwann ist auch er dann wiedergekommen.

Somit stellten wir abermals die stärkste Gruppe mit siebzehn Teilnehmern und insgesamt 22 Chaoten! Wir waren gespannt, wie unser erstes Training unter der neuen Regie durch Speer Racing von statten gehen sollte€

Bei der Anmeldung begrüßte uns das vertraute Gesicht von Heike - schon immer neben Renate Mang die gute Seele - die für jeden der Teilnehmer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse und Problemchen hat.






Tag I, Freitag 20.Juni 2008
Nach der für alle Teilnehmer vorgeschriebenen Fahrerbesprechung, durfte Holgi, die Stimmungskanone, um 9:00 Uhr als erster von uns auf die Strecke. Wie bereits letztes Jahr am Hockenheimring nach seinem ersten Renntraining, kam er mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück! Da Thorstens italienische Grazie nicht anspringen wollte, erklärte sich Andi solidarisch und beide ließen ihren ersten Turn aus, um sich dem Gezicke dieses Edelbikes zu widmen. Antonia und Gaby zeigten derweil den Herren der Schöpfung, dass Frauen durchaus schnell sein können. Um 9:40 Uhr war es Zeit für die rote Gruppe, bei der der Hauptanteil der Chaotentruppe fuhr. Jürgen, Erik, Gabor, Jens und ich machten sich auf den Weg zum Vorstart wo Jörg bereits auf uns wartete. Jeder genoss auf seine Art und Weise den ersten Turn. Wirklich jeder? Nicht ganz - Gabor hatte mit großem Schlupf am Hinterrad zu kämpfen und überlegte, ob der Reifen schon so schlecht, sein Beast über Nacht eine gehörige Leistungssteigerung erlebt hatte oder was da verdammt noch mal beim Beschleunigen den Hiterreifen dazu bewegte, permanent durchzudrehen?!? Außerdem rutschte Gabor immer wieder von der linken Fußraste - irgendwie komisch! Nach unzähligen Faststürzen entschied sich Gabor, in die Box zu fahren und die Ursache zu untersuchen. Doch lange suchen musste er bzw. wir nicht - Ölverlust am Motor! Der gesamte Hinterreifen, besonders auf den Flanken, hatte bereits eine unnatürliche Verfärbung angenommen und spiegelte wie Teile des Motors inkl. linker Fußraste eine ölige Farbe wieder. Was war passiert? Als verantwortlicher Aufzünder hatte Gabor den beschädigten Limadeckel aus der Vorsaison nebst Carbonschutz ausgetauscht. Bei der Montage ist die neu eingesetzte Dichtung aus nicht nachvollziehbaren Gründen beschädigt worden und dadurch trat bei Volllast Öl aus. Zum Glück fuhr Gabor mit einem geschlossenen Verkleidungsunterteil und seine Fahrkünste haben einen Sturz vermieden. Die Strecke wurde auch nicht in Mitleidenschaft gezogen! Jetzt hieß es raus aus der Kombi und schrauben. Etliche Flaschen Bremsenreiniger später (Danke an die J&J-Fraktion), konnte dank Tante Erikas Flüssigdichtmasse die Fahrbarkeit unserer #666 wiederhergestellt werden. Die Reifen waren natürlich auch im A.... und so wurden gleich niegelnagelneue Bridgestone Slicks aufgezogen. Der nächste Tag konnte kommen.

Leider war dies nicht der einzige Ausfall an diesem Tag. Im berühmten letzten Turn hatte sich Jens nicht für seine Pepsi (1100er GSX-R) sondern für seine K2 entschieden. Bekannt für seine schwäbische Herkunft beließ er für diese eine Ausfahrt die Bereifung des "Straßentrimms". So ein MPP wird wohl einen kurzen Turn bei lockerer Fahrweise überstehen. Leider hatte sich Jens da vertan und wurde postwendend bestraft. In der ohnehin Highsider gefährdeten Kurve 12, verließ ihn beim Herausbeschleunigen der Gripp der überforderten MPP€s. Um Schlimmeres zu vermeiden, ließ unser Jens das Gas stehen und rutschte dadurch "nur" übers Hinterrad und landete unsanft im Kies. Zum Glück ist ihm nichts passiert und auch sein Moped hatte nur leichte Kratzer an der Verkleidung und einen irgendwie nicht mehr ganz geraden Endtopf zu verzeichnen. Glück im Unglück!

Am Abend stand die Geburtstagsparty von E² und Gabor auf dem Programm. Matte hatte - unterstützt von Sandra und Julia - mittags bereits einen "Großeinkauf" getätigt und für ordentlich totes Tier gesorgt. Gaby und Jürgen zauberten eine Riesenschüssel Salat und Bier war auch "noch" genug da. Pünktlich um 20:00 Uhr saßen alle 22 Chaoten beisammen. Da Gabor sich noch einige Stunden bis zu seinem Ehrentag gedulden musste und Erik bereits am Vortag Geburtstag hatte, blieben die Gratulationen aus und wir überreichten unser Geschenk. Da selbst in der Tschechischen Republik eine Party für 22 Leute nicht gerade Kostengünstig von statten läuft, haben wir alle zusammen gesammelt und einen Topf mit Kies (dank Jens) und reichlich Euronen geschenkt. Zur Freude aller wurde seitens der Jubilare eine weitere Party in der Weltmetropole Oberriexingen angekündigt, bei der dieses Geschenk zum Einsatz kommen soll! Da Ihr von uns anscheinend nicht genug bekommen könnt, bedanken wir uns im Voraus für Eure Gastfreundschaft!!!






Tag II, Samstag 21.Juni 2008 (Gabors Geburtstag)
Gewappnet mit neuen Reifen, fuhr unser Geburttagskind voller Erwartungen raus, um ordentlich am Kabel zu ziehen. Und wie es sich für einen ordentlichen Chaoten gebührt, fährt man den Turn nicht zu Ende, sondern verlässt nach vier Runden mit einem technischen Defekt die Strecke in Richtung Box. Was war jetzt schon wieder passiert? Die Kupplung verweigerte ihre Dienste. Frustrierend! Die gute JOS-AHK zickte herum € aber warum?!? Dazu musste diese natürlich ausgebaut und kontrolliert werden. Nach Öffnen des Kupplungsdeckels und Begutachtung der Kupplung, entschied Gabor, dieses Event unter der Rubrik "Abschiedsveranstaltung" zu verbuchen. Er öffnete ein Bier und war über den Verlauf sichtlich enttäuscht. Doch wer unseren Gabor kennt, der weiß, dass er sich die Laune dadurch nur kurzfristig vermiesen lässt. Drei Bier und gefühlte 40°C später € sah die Welt wieder ganz anders aus.

Degradiert zur "Schlachtkuh" wurden Gabors #666 zuerst einmal die Ölschläuche vom Kühler operativ entfernt und in Lipps Aufzündgerät eingepflanzt, da diese bei seiner K2 durchgescheuert waren. Chaos pur € doch irgendwie auch wieder normal; zumindest bei uns! So hatte der Ausfall zumindest für einen (den Ersten ;-) ) etwas Gutes€

Der Rest des Tages verlief sorgenfrei. Alle hatten ihren Spaß und es wurde ordentlich am Kabel gezogen.

Im Verlauf des Abends entdeckte Jürgen in Mattes ipod ein Musik-Genre, welches nicht gerade zu unseren Favoriten zählte. Doch angeheizt durch unseren DJ und gelöst durch einige Biere nebst Ramazzotti, gaben alle - angeführt durch unsere Stimmungskanone Holgi - ihr Bestes zu Dieter Thomas Kuhn & Band. Angelockt durch unser Gejaule bekamen wir Besuch einiger bekannter Gesichter und so feierten wir gemeinsam noch ein paar Stündchen die Heldentaten des Tages.


Tag III, Sonntag 22 Juni 2008
Es versprach ein weiterer heißer Tag zu werden. Petrus zeigte sich erneut von seiner besten Seite. Doch was machen anständige Chaoten daraus? Richtig € Chaos! Thorsten und Gabor bewiesen abermals ihre Schrauberqualitäten, da die italienische Grazie tropfender Weise schwarzes Gold auf der rechten Motorseite verteilte. Fürsorglich wurde "Bella Machina" auf die linke Seite gebettet und die Operation begann. Um den Kupplungsdeckel € die Quelle des Ölverlusts - einer Ducati vom Motor komplett zu entfernen, muss natürlich alles raus was da so vor sitzt (Anm. von Gabor: selten dämliche Konstruktion). Bei der Demontage des Kupplungskorbes passierte das irgendwie Unvermeidliche und die Spinnenfeder der AHK ging zu Bruch. Thorsten wollte schon einpacken, aber Gabor meinte, dass die Feder der seiner defekten JOS-AHK schon sehr ähnlich sähe. Und so wurde abermals etwas aus Gabors geliebter K2 entnommen und als Ersatzteil genutzt. Da fällt mir so ein esoterischer Spruch ein: "Jedes Unglück birgt den Samen des Glücks in sich€"





Gefühlte Ewigkeit später, konnte auch Thorsten wieder am Kabel ziehen. Am Nachmittag, beim freien Fahren, war dann heiteres Motorradtauschen angesagt. Kretzsche war auf Thorstens Befinden gespannt, nach dem dieser ein technisch einwandfreies und vor Allem funktionierendes japanisches Sportmotorrad bedienen durfte. "Emotionslos aber geil!" war der Kommentar. Tja, die Japanfraktion fährt halt lieber auf der Rennstrecke als zu schrauben.

Am Abend wurde bereits teilweise verladen um die Abreise am Folgetag vorzubereiten. Da Jürgen seinen Paul bereits im Anhänger verstaut hatte, bediente er sich Mattes SuMo für einen kleinen Andenken-Burn-Out. Aufgrund mangelnder Motorleistung, konnte er lediglich bis in den vierten Gang Hochschalten. Da so eine kleine Vertiefung im Brünner Asphalt nicht standesgemäß war, entschied sich Alex für einen schönen Kringel. Es dauerte nicht lange, und auch Eriks #88 war schnell abgeladen und ergänzte die künstlerische Bodenmalerei. Matte unterdessen, verkaufte zwei Dosen Bier an unsere benachbarten Freunde aus Hamburg. Als Gegenleistung, sozusagen als Euroersatz, brannten sie synchron zwei weitere Kreise in den Asphalt. Jetzt wusste jeder, die Chaoten waren hier.

An diesem Abend ging es locker zu. Alle freuten sich über die schönen Tage, die wir zusammen verbringen durften.


Abreise, Montag 23.Juni 2008
Gegen Neun Uhr war alles gepackt und so machten sich alle auf den Weg heimwärts. Wirklich alle? Nein, Andy und Thorsten sowie Julia und Kretzsche ließen sich noch etwas Zeit. Nachdem unsere beiden neuen Teammitglieder ihre Sachen verstaut hatten, machten auch sie sich auf den Weg in Richtung Heimat. Julia und Alex blieben allerdings noch und schauten in der Pornozeltstadt der R4F-Comunity vorbei. Kurz entschlossen baten sie Ellen, Chris und Dude ihre Hilfe für das bevorstehende 3-Stunden Rennen der GEC an. Und so erlebten beide noch einen interessanten Tag auf der Rennstrecke. Am nächsten Morgen sollten auch diese Beiden die Heimreise antreten.


Abschließend ist noch folgendes zu sagen: Vielen lieben Dank unseren fleißigen Helfer Sandra, Julia und Matte sowie Gabor für diverse Einkäufe und Vorbereitungen! Danke dem Grillmeister Jürgen! Danke Erik und Gabor für die gelungene Geburtstagsparty! Danke an alle, für dieses tolle Event! Wir sind zwar ein chaotischer, aber besonders liebenswerter Haufen!

Herzlichst,

Eure Chaoten


Ergänzung von Gabor:

Zum Einen möchte ich mich hier nochmals für den Streß des ersten Tages entschuldigen. Zum Anderen möchte ich mich bei Euch allen bedanken: Brünn war nun das letzte Mal, dass ich Moped gefahren bin. Wenn auch nur ein paar Runden, so war es dennoch schön mit Euch. Insgesamt kann ich auf sehr viele schöne Events mit Euch Allen zurück blicken und bin froh darüber, dass ich daran teil haben durfte. Danke.