Chaos Racing

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Pannonia 2009



Anreise 30.09.2009:

Am 30. September setzte sich der erste Teil des stark dezimierten Chaos-Racing-Teams gegen 6:15 Uhr in Bewegung. Ein Gespann aus Erik's treuem Bus und einem Überdimensionalen Anhänger, gesteuert von Jens und Harri, beladen bis unter's Dach mit allem was zum im Kreis fahren nötig ist.
Andy und Fred kamen einen Tag später mit dem PKW und ihrem Handgepäck nach. Nach knapp elf Stunden Fahrt kamen wir am Pannonia Ring an. Das Wetter war gut und auch das Aufbauen der Pavillons und dem anderen Material klappte obwohl nur zu zweit waren gut.
Die Roten Würste schmeckten auch vom Gasgrill gut, wobei das im Gegensatz zu einem ordentlich mit Kohle befeuerten Grillgerät wirklich kein grosser Schuß war.

Tag 1, 1.10.2009:

Kaiserwetter über dem Pannonia Ring! Während Andy und Fred in Stuttgart den Vectra starteten, befeuerten Jens und Harri bereits die 8 alten Zylinder von Elfer und FZR. Der Donnerstag wurde veranstaltet von Mike "The Bike" Wohner. Im Hinblick auf das gute Wetter hatten Jens und Harri kurzerhand einen Tag mehr Urlaub genommen und das Tagestraining an die SPS-Race Veranstaltung angehängt. Nach der obligatorischen Fahrerbesprechung stand freies Fahren auf dem Programm. Schon nach den ersten paar Runden zeichnete sich ab dass dies ein großartiger Tag werden würde. Ein Tag zum Kilometer fressen.
Abends trafen dann Andy und Fred ein. Nachdem der technische Dienst an Waffen und Gerät getan und auch das Material der Neuankömmlinge am rechten Platz war, gab es Abendessen. Chaos untypisch gab es Rigatoni Bolognese - gekocht in einem Topf. War mal ein echter Kontrast zur Verpflegung wenn Jürgen auch am Start ist.

Tag 2, 2.10.2009:

Bei SPS-Race wurde nach der Fahrerbesprechung in drei Gruppen unterteilt gestartet. Das Wetter war schlechter als gestern. In der Nacht hatte es kurz geregnet und wir hatten ein paar Grad Außentemperatur eingebüßt. Somit war das Timing entscheidend - wartenwartenwarten, Reifenwärmer runter und los. Die ersten Runden galt es die Gashand zu zügeln und die Curbs zu meiden, sonst wurde es etwas zu "eierig". Bis zum Mittag musste eine annehmbare Zeit auf dem Asphalt geballert werden um sich für das Sprintrennen am Samstag zu qualifizieren, was uns natürlich gelang. Schließlich hatten
Jens und Harri schon einen Tag Trainingsvorsprung und der Alte Mann hat auf der Bremse eh Nerven, auf die Stahlseile beliebiger Dicke neidisch wären. Dadurch konnte Andy heute auch die Rundenzeiten von Jens, trotz des eine Tages Trainingsvorsprung, unterbieten. Gegenüber dem gestrigen freien Fahren fühlten sich die 20 Minuten-Turns leider etwas zu kurz an.
Abends war wieder grillen angesagt. Während wir warteten bis der Gasgrill das Futter erhitzt hatte, hörten wir ein komisches Geräusch aus Richtung Kühlschrank. Andy hatte das letzte Nacht schon bemängelt. Es hatte ihm den Schlaf geraubt – als er aber den Schlafsack verließ um nach zuschauen war das Geräusch weg. Jens stellte fest "Da nagt was!" und räumte den Korb auf dem Kühlschrank mit den Essensvorräten aus. Ein paar Handgriffe später war schon eine rasche Bewegung zu erkennen. Nach und nach wurden die Versteckmöglichkeiten weniger bis schließlich eine winzige Maus, in ihrem Pissfleck sitzend, übrig blieb. Sie guckte nur kurz dumm und suchte dann durch einen der ziemlich kleinen Schlitze das weite. Wir hätten ihr auf jeden Fall nix getan – denn das Chaos-Racing-Team ist bekanntlich sehr gastfreundlich ;o) Nach dem Essen wurden bei allen neue Pellen aufgezogen, schließlich soll's bei einem Rennen nicht am Material scheitern.

Tag 3, 3.10.2009:

Trotz besserem Wetter war es ganz schön frisch bei der Fahrerbesprechung. Diese wird bei SPS täglich abgehalten und beinhaltete nicht nur das übliche Flaggen blabla, sondern auch Infos zum Tagesablauf, den anstehenden Rennen und Infos rund um Pann.
Nach ein paar Turns zum Aufwärmen und einfahren der neuen Reifen und Bremsbelägen konnte Jens an diesem Vormittag bereits Andy's Rundenzeit unterbieten.
Ideale Vorraussetzungen für das in Klassen unterteilte Sprintrennen.
Leider hatte Andy bei der Probefahrt seiner neuen Fahrwerkseinstellung Ende der Kurve 3 den Grip am Vorderrad verloren und stürzte.
Schwabenleder sei Dank ist Ihm nicht viel passiert, er wünscht sich zu Weihnachten ein Paar "Daytona Evo Sports", mit denen er sich vermutlich nicht den Knöchel verletzt hätte. Die Duc trug einige Blessuren auf der Linken Seite davon - Schade, aber nix was man nicht wieder machen könnte.
Jens und Harri starteten in der Superbikeklasse. Es raschelte bereits in Kurve 1 nach dem Start. Glücklicherweise stand Harri beim Start auf einem Startplatz ganz rechts, konnte somit ausweichen, Jens war schon um die Ecke als es passierte.
Wir verbesserten beide unsere Startplatzierung und beendeten das Rennen ohne Ausfälle oder Späne unsererseits. Am Nachmittag hatte Harri Probleme mit der FZR. Nach dem sie 5 Renntrainings ohne Muh und Mäh über sich ergehen lies hatte sie plötzlich sporadisch Zündaussetzer. Ein Zündkabel aus dem Elfer Ersatzteil-répertoire von Jens behob das Problem nach einiger Schrauberrei. Nichts ist so schlecht, das es nicht für irgendwas gut wäre: Während die FZR zickte durfte Harri mit der Elfer fahren. Wenn sie auch etwas mehr Qualm an der Kette bräuchte - der Ofen fährt einfach super!!!
Das benötigte Ersatzteil stammte vom Erik's alter Elfer und wurde nach deren Exitus an Jens weitervererbt – Jetzt durfte das Kabel von Suzuki zu Yamaha wechseln. Mal wieder ein Fall von echtem Chaos!!!
An diesem Abend blieb die Küche kalt. SPS-Race veranstaltete Ihre Saison Abschlußparty mit Grillfleisch und Freibier. Ein gelungener Abend mit
viel Benzingesprächen, Musik und Actionbildern auf dem Beamer in der SPS-Box.

Tag 4, 4.10.2009:

Wieder galt es bei gutem aber kühlem Wetter eine Qualizeit für das anstehende Rennen in der Grad Prix Distanz einzufahren. Durch den nahezu wolkenlosen Himmel der letzten Nacht war der Ashalt an diesem Morgen extrem kalt. Im ersten Turn war es zu kalt um wirklich ernstzunehmende Zeiten zu erzielen. Also versuchten wir im zweiten Durchgang ordentlich zu pushen. Jens konnte sich dank seiner langjährigen Erfahrung problemlos qualifizieren, während Harri sich abmühte. Durch einige zähe Überholmanöver konnte er keine einzige wirklich schnelle Runde fahren und war dementspechend enttäuscht. In der Pause studierten wir die vorläufige Startaufstellung und welche Zeit zu erbringen war. Es hatten sich über 100 Starter für die GP-Distanz angemeldet. Da die Qualizeit des letzten Platzes beinahe vier Sekunden unter Harri's persönlichen Bestzeit lag, schrieb er seine Teilnahme ab.
Im darauffolgenden Turn hatte sich das ohnehin erledigt. Er rutschte in Kurve 7 aufgrund zu tiefer Schräglage über das Vorderrad weg und landete im Kies. Anders als bei Andy's Sturz machte sein Motorrad noch ein paar Flick-Flacks und war nicht mehr auf die Schnelle zu reparieren.
Aber Dank Schwabenleder und Orthema kam er mit dem Schrecken davon.
Jens startetet im GP-Rennen und konnte seine Startplatzierung ordentlich verbessern. Der Kampf um die Plätze im Mittelfeld war äußerst spannend und sehr schön anzusehen, allerdings wäre etwas mehr Rücksicht von den Top Fahrern wünschenswert. Bei den Überrundungen wurde es das eine oder andere mal durchaus enger als man sich das bei einer Hobbyveranstaltung wünschen würde. Aber Jens's Ziel war erreicht, Boxenschnellster, Spass gehabt und alles heile. => Glückwunsch!
Wir rundeten den Abend nochmal gemütlich mit Nudeln aus einem Topf ab, luden die Moppeds auf und begannen die nicht mehr benötigten Sachen aufzuräumen. So endete eine tolle und sehr harmonische Rennveranstaltung mit einer sehr bemerkenswerten Altersstaffelung: Harri 29, Jens 39, Andy 49 und Fred 59 Jahre alt.

Abreise 5.10.2009:

Zügig schütteten wir uns den einen oder anderen Kaffee rein und bauten den Rest ab. Gegen neun Uhr hieß es dann "Adieu Pannonia"!
Fred fuhr mit dem Vectra voraus um Andy noch rechtzeitig zum Arzt in der Heimat zu bringen. Er wollte seinen Knöchel nicht in Ungarn untersuchen lassen. Als wir abends in Zuffenhausen Andy's Duc abluden stand glücklicherweise schon fest dass es sich nicht um eine ernsthafte Verletzung handelte. Er bekam einen Verband und ein Paar Verlängerungen für seine Ersatz-Oberschenkel.

Es war wieder mal sehr schön in Pannonia und es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein. Hoffentlich sind wir beim nächsten Mal wieder ein paar Chaoten mehr...